Heinz Leuters

Lehman Krise, Herbst 2008 – Sie erinnern sich? Ich auf jeden Fall: die Gesellschaft der ich damals vorstand, die blowUP media Gruppe, verlor ca. 50% der Umsätze, von einem Jahr auf das andere. Das war mindestens eine erhebliche unternehmerische Herausforderung und vielleicht sogar eine existentielle Bedrohung.

In der Luftfahrt beschreiben wir eine solche Situation, mit entsprechendem Humor, so: „It was a perfect flight until I ran out of altitude, airspeed and ideas … at the same time“.

Ganz ohne Humor ist das Szenario des Eastern-Airlines-Fluges 401 im Dezember 1972, bei dem das Flugzeug, eine Lockheed 1011 Tristar, in der Nacht in die Everglades nahe Miami/USA stürzte. Allerdings voll steuerbar und mit einer erfahrenen Cockpit Crew an Bord.

Die Untersuchungsbehörde NTSB fand heraus, dass sich die komplette Crew auf die Überprüfung einer Warnanzeige des Landefahrwerkes konzentrierte aber niemand mehr das Flugzeug flog. Es wurden so alle Cockpit-Ressourcen für die Berabeitung eines einzigen Fehlers verwendet und die echten Prioritäten, den Airliner in der Luft zu halten, vernachlässigt.

Kommt Ihnen auch im Unternehmenskontext bekannt vor? Wer mal in der Krise im Unternehmen an einer sog. „all hands on deck exercise“ oder im „war room“ an einer Kosteneinspar-Taskforce teilgenommen hat, bei dem kingelt es.

Entscheidend ist in beiden Kontexten die klare Positionierung des Flight Captains oder der Führungsspitze im Unternehmen. Denn es geht nun darum, die Komplexität zu beherrschen und zu den richtigen Prioritäten zu kommen – und diese auch durchzuhalten.

Im Flugzeug arbeiten wir nach der Handlungsfolge ´Aviate, Navigate, Comunicate´ und stellen so die wichtigste Priorität ganz nach vorne: eben das Luftfahrzeug in der Luft zu halten. Die Crew von Eastern-Airlines 401 versagte – so starben 101 Menschen und nur 75 der Insassen überlebten.

Nur mal hypothetisch: Ihr Unternehmen gerät in eine solche Situation wie oben seinerzeit die blowUP media in der Folge der Lehman Krise. Was heißt das für Ihre Produktpolitik, für die Operativen- und Overheadkosten?

Die entscheidenden Aspekte um eine solche Komplexität zu beherrschen, sind Gegenstand des Vortrages ´Human Factors – Führen wie im Airliner Cockpit´ – und bringen Sie zu den richtigen Prioritäten und dazu, diese auch durchzuhalten.


Axel Bojanowski

Die vielleicht beste Frage hörte neulich ich nach einem Vortrag in Mannheim, sie kam von einer Sechsjährigen: „Woher wissen Sie das?“, rief sie aus der sechsten Reihe in Richtung Bühne. Welch gute Frage! Auf Pressekonferenzen hört man sie eher selten, Journalisten erkundigen sich bei Wissenschaftlern meist nicht nach Grundlagen, sondern eher über Ergebnisse und Folgerungen.
Das erklärt vielleicht, warum sich Berichte aus Forschung und Technik in den Medien so häufig als feststehende Erkenntnis lesen, aber nicht als Ideen, Entdeckungen oder Indizien, um die es sich genau genommen meist handelt. Erst die magische Kinderfrage „Woher wissen Sie das?“ öffnet den Blick für die faszinierende Arbeit der Wissenschaftler.
Wissenschaftler schwärmen allerdings selten von ihrer Arbeit. Dabei hätten zumindest Geoforscher allen Grund dazu: Sie sind die einzigen Menschen, die Riesenwasserfällen im Ozean auf der Spur sind. Sie verfolgen Felsen, die wie von Geisterhand bewegt durch die Wüste streunen. Sie haben das Orakel von Delphi entschlüsselt. Sie bezeugen die Entstehung eines neuen Ozeans in der Wüste. Sie entdecken spektakuläre Landschaften mit bizarren Urzeitwesen, die längst untergegangen sind.
In jeder Universität, jedem Forschungsinstitut, ja im Grunde in jedem Labor verstecken sich leuchtende Geschichten über den Planeten Erde.  Man sollte annehmen, die Medien wären voll mit solchen Storys. Das sind sie nicht, denn in Redaktionen hält sich eine kuriose Rechtfertigung für komplizierte Texte: Der Leser verlange nach kniffliger Sprache, um eine Herausforderung meistern zu können  – komplizierte Sprache markiere den Unterschied zu Boulevardmedien, heißt es oft.
Ein Vorteil dieser Haltung ist, dass man sich damit erfolgreich durch Verständnislücken mogeln kann. Der Nachteil: Viele faszinierende Ergebnisse aus der Wissenschaft erreichen die Öffentlichkeit bestenfalls in verklausulierter Form – aus Sehen und Staunen wird Gaffen und Gähnen.
Auch Wissenschaftler, jedenfalls in Deutschland, verlieren sich mit ihrer Liebe zur Verklausulierung leider allzu oft in einer Art Erhabenheitskitsch – Unverständlichkeit wird mit Klugheit gleichgesetzt. Der Chemie-Nobelpreisträger Irving Langmuir bezweifelte gar die Glaubwürdigkeit von Experten, die ihre Ergebnisse nicht verständlich erklärten: “Wer es nicht schafft, seine Arbeit einem 40-Jährigen zu erläutern, ist ein Scharlatan”, mahnte er.
In meinen Mulitmedia-Vorträgen versuche ich die Schichten aus Wort- und Zahlengerümpel abzutragen, die Goldadern der Forschung freizulegen, damit sie tatsächlich auch durchscheinen. Begleitet von Filmen und Animationen gehe ich aber auch der Frage nach, warum Medien und Wissenschaft so oft an den großen Rätseln der Erde scheitern.
Wobei wiederum ich mitunter scheitere – wie im Gespräch mit der klugen Sechsjährigen bei meinem Vortrag in Mannheim: Das Mädchen schien nicht ganz zufrieden mit meiner Antwort. Sie sagte, sie würde mich dann mal anrufen.
Axel Bojanowski


von Markus Gürne

Viele Jahre der Auslandsberichterstattung in Krisen und in Kriegsgebieten haben Spuren hinterlassen – sicherlich. Aber – diese Spuren haben sich bisher nicht bei mir bemerkbar gemacht. Die schrecklichen Bilder, die man im Krieg sieht, sind mir nicht präsent. Ich kann sie mir in Erinnerung rufen, aber sie beherrschen mich nicht.

Aber in diesen Tagen, in denen die Bilder vom Flugzeug-Unglück in den französischen Alpen ohne Unterbrechung überall erscheinen, kommen mir wieder in aller Deutlichkeit Bilder eines Unglückes vor Augen, dass mich sehr bewegt und beschäftigt hat. Der Flugzeug-Absturz von Überlingen im Jahr 2002, von dem ich als einer der ersten als junger Reporter berichtet habe und die Not, das Elend und die Verzweiflung tagelang aus nächster Nähe mitbekam. Damals kam das Unglück in meine heile Welt und veränderte sie.

Heute ist meine Welt wieder verändert. Die Geschehnisse rund um das Flugzeug-Unglück der deutschen Maschine machen wortlos, fassungslos. Das Unglück ist wieder nicht weit weg, nicht in unsicheren Ländern in denen der Krieg tobt. Es ist in unsere heile Welt gekommen – und hat sie verändert.

Für Angehörige auf besondere Art und Weise, für Helfer, aber auch für die, die für eine Öffentlichkeit darüber berichten. Und auch für die Mitmenschen, die nicht unmittelbar davon betroffen sind, aber davon geschockt und schockiert. Wir alle müssen lernen, mit diesen Geschehnissen und dem Erlebten umzugehen. Selfcare zu betreiben, Resilienz zu üben, die persönliche Widerstandskraft zu stärken.

Ich habe das in Seminaren in Vorbereitung zu Kriseneinsätzen gelernt, das Fundament gegossen. Die Erfahrung im Ausland hat mir zusätzlich viel Rüstzeug gegeben. Der Umgang mit Krisen, Selfcare fällt so viel leichter. Und das wichtigste – es ist erlernbar. Auch für Sie.



Die Erfolgsgeschichte von runtastic ist atemberaubend. Zu einem Zeitpunkt als der Siegeszug des appstores noch nicht erkennbar war, erkannte Florian Gschwandtner das Potential und gründete runtastic und schuf die weltweit erfolgreichste Laufapp. 115 Millionen downloads, täglich kommen 140.000 neue dazu und 45 Millionen registrierte Benutzer sind eine stolze Bilanz.

Infos zu Florian Gschwandtner


von Amelie Fried

Durch die Anschläge von Paris ist uns der Wert der Meinungsfreiheit auf schmerzliche Weise bewusst geworden. Wir Referenten leben davon, dass wir – neben sorgfältig recherchierten Fakten – unsere Meinungen und Thesen frei formulieren können. Das trifft auch auf Journalisten, Autoren, Wissenschaftler und Politiker zu, und letztlich auf jeden Bürger unseres Landes. Denn wo es keine freie Rede gibt, da gibt es keine Demokratie.
Zu dieser Meinungsfreiheit gehört, dass man andere Meinungen zulässt, auch wenn es nicht die eigenen sind. Manchmal lese oder höre ich Ausführungen, bei denen mir die Haare zu Berge stehen. So lange es aber keine widerlegbaren Falschbehauptungen oder Äußerungen sind, die einen Straftatbestand erfüllen, muss ich das – wie wir alle – zähneknirschend hinnehmen. Die Freiheit, Meinung zu äußern, beinhaltet auch die Freiheit, Blödsinn zu verzapfen. Da halte ich es mit dem französischen Philosophen Voltaire: „Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, dass Sie Ihre Meinung frei äußern können.“
So habe ich zum Beispiel ein Problem mit den Demonstranten von Pegida und ihren Ablegern, weil deren Kundgebungen von Neo-Nazis durchsetzt sind. Zuletzt wurde in München unter 200 polizeibekannten Neo-Nazis sogar ein Angeklagter im NSU-Prozess gesichtet. Obwohl ich das widerlich finde, bin ich der Meinung, dass man diese Kundgebungen zulassen muss. Meinungsfreiheit ist nicht teilbar, und unsere Demokratie muss es aushalten, dass auch die Dumpfbacken auf die Straße gehen. Diejenigen, die dort mitlaufen, obwohl sie angeblich nur „besorgte Bürger aus der Mittelschicht“ sind, müssen sich aber eines klarmachen: Wer gemeinsam mit Neo-Nazis marschiert, diskreditiert sich und sein (vielleicht sogar berechtigtes) Anliegen.


von Martin Limbeck

Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter müssen täglich verkaufen: Sowohl ihr Produkt und ihre Dienstleistung als auch sich selbst. Sie müssen dabei überzeugend wirken und den entscheidenden Schwerpunkt auf den Preis legen. Dabei können Verhandlungen und Diskussionen manchmal zäh und schwierig sein. Im erfolgreichen Verkauf aber zählt nur eines: Der Abschluss. Damit der Kunde kauft, brauchen Verkäufer Spaß, Überzeugung, Disziplin und die richtigen Hilfsmittel, wenn es ans Eingemachte, an den Preis, geht.

Beachten Sie die Spielregeln: Nach dem Rabatt muss schon der Kunde fragen

Wer den Rabatt schon zusammen mit dem Preis aufruft, sägt an dem Ast, auf dem er sitzt. Er beschädigt seine Glaubwürdigkeit und verringert langfristig den Wert der Marke. Wenn der Verkäufer der Erste ist, der das Wort „Rabatt“ in den Mund nimmt, entsteht immer ein seltsames Gefühl. Was bleibt, ist Unsicherheit beim Kunden. Unsicherheit erzeugt Zweifel, und Zweifel sind kontraproduktiv im Verkaufsgeschäft.

Sobald der Kunde beginnt, über den Preis zu sprechen, signalisiert er Interesse. Er will das Produkt haben. Das heißt: Die Frage nach dem Rabatt ist ein klares Kaufsignal. Der Kunde sagt: Ja, Verkäufer, ich kaufe. Aber nur unter der Bedingung, dass wir uns auf ein weiteres Geschäft einigen. Keine Leistung ohne Gegenleistung! Nachlass gegen Zahlung im Voraus. Partnerbonus gegen zusätzliche Bestellung. Treueprozente gegen Reduktion des Aufwandes. Rabatt gegen Änderung der Zahlungsmodalitäten zugunsten des Verkäufers. Ein guter Verkäufer macht Geschäfte, aber keine Geschenke! Er bleibt hart im Preis und ist großzügig bei Kleinigkeiten.